Conflict Culture Facilitator: Was ich mitgenommen habe
5 Wochenenden, eine Erkenntnis die mich wirklich überrascht hat: Ich war selbst Teil des Problems. Ein Erfahrungsbericht über Konflikte, Löschdecken und warum es manchmal knallen muss.
5 Wochenenden, eine Erkenntnis, die mich wirklich überrascht hat: Ich war selbst Teil des Problems. Ein Erfahrungsbericht über Konflikte, Löschdecken und warum es manchmal knallen muss.
Wie es dazu kam
Letztes Jahr hatte ich die tolle Möglichkeit, bei Hendric Mostert die Weiterbildung zum Conflict Culture Facilitator zu machen, die sich über 5 Wochenenden erstreckt. Nachdem ich das Buch „Conflict Culture Playbook", das er gemeinsam mit Dana Hoffmann bei Murmann veröffentlicht hat, regelrecht verschlungen hatte, wollte ich diese Weiterbildung unbedingt machen. So voller Methoden, toller Ansätze und einfach guter Herangehensweisen zu Konflikten war es.
Und was soll ich sagen? Es war absolut bereichernd.
Was ich mitgenommen habe
Konflikte in Gruppen beeinflussen alle Menschen in einer Gruppe. Klar gibt es einen Auslöser und einen Empfänger, dennoch findet ein Konflikt immer in einer Community statt. Und diese soll auch bei der Klärung helfen.
Ganz wichtig dabei: Konfliktklärung, nicht Konfliktlösung. Nicht jeder Konflikt lässt sich lösen, aber alle lassen sich in die Klärung geben, um Spannungen zu bearbeiten. Das unterscheidet sich deutlich von der klassischen Mediationstheorie, die sich meist mit zwei Parteien beschäftigt. Mediation hat ihre Daseinsberechtigung, aber in Teamkulturen greift sie meiner Wahrnehmung nach oft zu kurz und zu spät.
Ich habe mich während der Ausbildung oft dabei ertappt, dass ich selbst einen eher ängstlichen Konfliktstil hatte. Gerade als Moderator habe ich Konflikte mit der Löschdecke erstickt. „Lasst uns darüber jetzt nicht reden." „Das ist nicht, worum es hier geht." Und habe so Konflikte wohl manchmal noch weiter die Treppe herunterlaufen lassen.
„Es muss manchmal knallen. Konflikte brauchen einen Raum, um zu explodieren — aber kontrolliert."
Mit einer Methode, in einem Raum dafür, und mit einer moderierenden Person, die weiß, was sie tut, eine wohlwollende und souveräne Haltung mitbringt und diese Prozesse tragen kann.
Und dann gibt es noch so viel mehr. Tools, Methoden, Gruppenübungen, bestimmte Formulierungen, die ich nie mehr missen will. „Ist das, was du sagen wolltest?" Emotionale Angebote machen: „Fühlst du dich gerade traurig, weil dir Harmonie wichtig ist?" Gerade die Gesprächsführung im Main Circle, dem Herzstück der restorativen Praktiken, ist extrem herausfordernd. Man muss sie wirklich lernen, erleben und vor allem üben. Aber wenn man das erstmal drauf hat und diese Haltung mitbringt, können Gespräche entstehen, die von gegenseitigem Verstehen geprägt sind. Heilend, auf Augenhöhe, echt.
Und noch was am Rande
Diese Weiterbildung war so unglaublich bereichernd, dass ich sie wirklich uneingeschränkt empfehlen kann. Hendric ist dabei nicht nur ein exzellenter Ausbilder, der es versteht, Lernräume zu gestalten. Er kann auch unglaublich toll kochen. Ja, wir wurden jeden Tag von Hendric bekocht. Nom nom nom. 🍳
📚 Mehr zur Weiterbildung bei Hendric Mostert: conflictcultureplaybook.com
Moritz ist Experte für psychologische Sicherheit — er arbeitet mit Teams und Leaders an einer Kommunikationskultur, die wirklich trägt.